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Die Qualität der Kundenberichte stark verbessert

language 13-Sep-2006 / Handelszeitung Banker Sonderausgabe, Sept 2006



Ein integriertes Performance- Attribution- System am Beispiel der Banque Cantonale Vaudoise

Warum sollte eine Bank in ein hochwertiges System für die Performance Attribution investieren? In welchem Ausmaß trägt ein solches System dazu bei, die Datenqualität und Effizienz einer Bank zu steigern und die Kundenzufriedenheit und -treue durch ein verbessertes Dienstleistungsniveau zu erhöhen? Falls ein System für die Performance Attribution wirklich dazu beiträgt, diese Anforderungen zu erfüllen – wie kann es dann implementiert werden?
Den Nutzen, den eine Bank aus der Implementierung eines Systems zur Analyse der Investmentperformance ziehen kann und die Voraussetzungen für eine effiziente Implementierung werden am Beispiel der Banque Cantonale Vaudoise (BCV) in Lausanne dargestellt.

Der Private Banking Markt hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Nicht nur die Kundenanforderungen, sondern auch die Informationstechnologie und die gesetzlichen Regulierungen haben sich geändert. Das Internet erleichtert erheblich den Zugang zu Informationen und führt somit dazu, dass Kunden, im Vergleich zu früher, besser informiert und ihrer Bank weniger treu sind. Um Kunden dauerhaft an sich zu binden, sind Banken gezwungen mehrwertorientierte Dienstleistungen anzubieten und ihre Kunden mit detaillierten Informationen und Berichten zu versorgen. Die Kontrolle der Anlagerichtlinien und das Risikomanagement haben, bedingt durch erhöhte gesetzliche Auflagen, einen höheren Stellenwert eingenommen.

Der Zwang zur Verbesserung der Überwachungs- und Kontrollprozesse sowie die Forderung nach qualitativ hochwertigen Performanceberichten führten bei der Banque Cantonale Vaudoise zu dem Entschluss, in ein neues System für die Performance Attribution zu investieren. Die BCV hat dazu verschiedene Anwendungen und Implementierungsmethoden ausgewertet. Ursprünglich hat sie die Möglichkeit evaluiert, ein externes System zur Performanceanalyse über eine Schnittstelle an ihr bestehendes Portfoliomanagementsystem anzuschliessen. Dabei waren zwei Alternativen denkbar: eine bestandsbasierte oder eine transaktionsbasierte Schnittstelle. Die BCV stellte fest, dass eine bestandsbasierte Schnittstelle relativ einfach zu implementieren sein würde, wobei jedoch die Leistungsgenauigkeit recht gering und verzerrt sein kann, abhängig von der Ladefrequenz, den Marktveränderungen und der Häufigkeit von Bargeldflüssen und Transaktionen. Im Gegensatz dazu sind transaktionsbasierte Schnittstellen schwierig in der Umsetzung, auch wenn sie viele der Nachteile von bestandsbasierten Schnittstellen kompensieren.

Darüber hinaus hatte die Banque Cantonale Vaudoise weitere Gründe eine integrierte Lösung zu wählen. Historisch gesehen konzentrieren sich die meisten Systeme für die Performance Attribution entweder auf Aktien oder verzinsliche Wertpapiere, bieten aber keine Lösung für beide Vermögensklassen. Daneben vernachlässigen sie alternative Investments, so dass sie nicht für globale Portfolios, die auch Immobilien, Hedge Fonds oder Commodities beinhalten, genutzt werden können. Systeme für die Performance Attribution sollten flexibel sein, um dauerhaft aussagekräftige Resultate zu liefern. Da die Komplexität der Prozesse in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, muss ein System flexibel genug sein, um viele verschiedenartige Prozesse zu modellieren. Auch wenn diese Systeme in den letzten Jahren verbessert wurden, können nicht-integrierte Datenbanken zu inkohärenten und konfusen Ergebnissen führen. Des Weiteren kann die Nutzung unterschiedlicher Systeme zu Wartungsproblemen im Tagesgeschäft führen wie z.B. mangelnde Übereinstimmung verschiedener Systeme bei der Behandlung von Kapitaltransaktionen (corporate actions).

Aus diesen Gründen ist die BCV zu dem Entschluss gekommen, die funktionale Reichweite ihres bereits existierenden Portfoliomanagementsystems der Firma Odyssey auszuweiten, und somit die gleichen Strukturen für die Verwaltung und die Leistungsbewertung von Investments zu nutzen. “Wir haben uns für ein integriertes System entschieden, weil es hohe Leistungsgenauigkeit garantiert, die benötigten Instrumente abdeckt, und auch die gewünschte Flexibilität aufweist. Zudem ist eine hohe Datenqualität sichergestellt und wir sind dadurch in der Lage, die Effizienz und Qualität unserer Kundenberichte zu verbessern”, fasst Herr Zannoni den Entschluss zusammen.

Umsetzung in drei Stufen

Die Entwicklung und Implementierung dieser umfassenden Lösung wurde in drei Stufen realisiert. Die erste Projektphase begann 2001, indem die Bedürfnisse analysiert und das Pflichtenheft für eine Lösung zur Performanceanalyse erstellt wurde. Diese Anforderungen aus dem Pflichtenheft bestimmten dann die Entwicklungs- und Testzyklen. Die enge Zusammenarbeit zwischen BCV und Odyssey während dieses Prozesses stellte sicher, dass die gelieferten Ergebnisse auch den gestellten Anforderungen entsprachen.

Die zweite Phase war darauf ausgerichtet, eine Lösung für einige bedeutende Konten und Strategien zu entwickeln. Die Hauptaufgaben bestanden darin, Marktstrukturen und Allokationen anzulegen sowie den Anlageprozess für Schlüsselportfolien zu reproduzieren und die Berichte anzupassen. Die BCV hat sich hierbei auf Investmentfonds und wichtige institutionelle Anlagestrategien konzentriert, die für 60 Prozent ihrer institutionellen diskretionär verwalteten Portfolios von Bedeutung waren.

Die dritte Projektphase konzentrierte sich auf die Industrialisierung bzw. Automatisierung des Prozesses für alle verbleibenden institutionellen Mandate, so dass damit 80% aller Anlagestrategien abgedeckt waren. Die BCV hat sich dazu entschlossen ihre Marktstrukturen global zu verwalten. Die Vermögensklassen/-segmente wurden zu Teilmengen zusammengefasst. Die globale Verwaltung von Assetallokationen wurde erreicht, indem diese geschaffenen Teilmengen in verschiedenen Marktstrukturen verwendet wurden.

Lessons learned

Bei der Implementierung hat die Bank wichtige Erkenntnisse gewonnen, die Organisationen bei der Realisierung ähnlicher Projekte beachten sollten. Bereits vor der Implementierung eines Systems für die Performance Attribution sollte sich eine Organisation für ein Modell zur Renditeberechnung und -analyse entscheiden. Darüber hinaus sollte das Detailniveau der Analysen festgelegt (Asset Allocations, Regionen, Länder, Branchen, Aktienlevel, etc.) und auch der Inhalt und Zeitpunkt von Berichten bestimmt werden. Marktstrukturen sollten nicht zu detailliert sein, da dies zu Verwaltungsproblemen oder Verzerrungen in den Analysen führen kann. Jedes System zur Ermittlung und Bewertung der Investment-Performance besitzt seine eigenen Stärken und Schwächen und die Modelle, die benutzt werden, basieren auf vereinfachenden Annahmen über die Realität. Es ist schwierig über ein geschultes Team von Analysten zu verfügen, die Ergebnisse auswerten und zwischen verzerrten und nicht-verzerrten Ergebnissen unterscheiden können. Letztendlich ist es schwierig, Marktstrukturen so zu definieren, dass sie den Investmentprozess exakt abbilden und dass alle benötigten Marktdaten auch wirklich vorhanden sind. Dieser letzte Punkt kann problematisch sein, vor allem in Hinblick auf exotische Investmentvehikel.

Wertschöpfung

Das neue System für die Performance Attribution ermöglicht der Bank eine hohe Ergebnisgenauigkeit und weist genügend Flexibilität auf, so dass es auch zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Die BCV profitiert davon, dass nun alle Funktionen d.h. Performancemessung, -attribution, Verwaltung von Composites und das Berichtswesen (GIPS) auf einer Plattform gebündelt sind und alle Anwendungen auf eine gemeinsame Datenbank zugreifen.

Die Kundenberichte zur Investment Performance wurden bedeutend verbessert, stellen stets die offiziellen Portfoliorenditen – ohne Abweichungen – dar und erklären auch dessen Zusammensetzung. Somit konnte die BCV ihrem Ziel nach qualitativ hochwertigen Kundenberichten gerecht werden und auch die Beziehung zu ihren Kunden maßgeblich stärken und ihre Marktstellung verbessern.
Der Banque Cantonale Vaudoise ist es gelungen, die Pflege ihrer Daten zu vereinfachen und ihre Kontrollen zu verbessern. Korrekturen und auch die Anlage neuer Strategien sind sehr viel einfacher. Diese Fortschritte im Hinblick auf die operationale Effizienz wirken sich auch positiv auf die Kosten aus. Der Gebrauch einer einheitlichen Plattform hat die Kosten pro Nutzer sowie die Komplexität gesenkt und die Datenqualität erhöht. „Wir bei der BCV sind sehr stolz auf die Performanceanalyse, die wir unseren Kunden jetzt bieten. Dies steht im Einklang mit unserer Mission, unseren Kunden und Partnern einen echten Mehrwert zu liefern und Odyssey unterstützt uns dabei.“, so Herr Zannoni.

 

Contact

Kristine Solf
Marketing Officer, Odyssey
Tel. +352 42 60 80 1
Email